10 Fragen an: Sebastian Sauer

„Sebastian wer?“, ja der Mann hat nichts mit Fleisch, Kohle oder Grills zu tun aber das was er tut ist wichtig. ER BRAUT BIER!!! Und mal ganz nebenbei, grillen ohne Bier ist irgendwie nicht das gleiche wie mit Bier ;)

Sebastian ist einer der bekanntesten Personen der deutschen „Craft Beer Szene“ und auch weit über die grenzen Europas bekannt. Wer mal ein Bier von ihn trinken möchte sollte sich mal bei der „Fetten Kuh“ mal „Das Fette“ bestellen, eins der besten IPA’s die ich getrunken habe

1) Lieblingsgericht vom Grill?

Aus Brasilien kenne ich das Churrasco Gaúcho (also die Grillart der Gaúchos), eine sehr sorgfältige und zeitintensive Grillart, die mich vor allem geschmacklich sehr beeindruckt hat. Egal ob Dry aged Beef oder eine lokale Wurst – auf die Herstellungsart schmeckt alles enorm gut!

2) Welches Bier darf beim grillen nicht fehlen?

Immer gerne eine Gose mit Rauchmalz für mich. Meine „Viking Gose“ beispielsweise bietet tolle Raucharomen durch die Verwendung von zwei verschiedenen Versionen an Rauchmalz und die Wacholderzweige und das Salz bringen mehr Würzigkeit zum Essen. Die Säure ist gut eingebunden und ist in Balance, bietet aber gleichzeitg einen geschmacklichen Kick und sorgt für Erfrischung und reinigt den Gaumen nach jedem Schluck.
Aber auch ein Pfefferkörner (Weißbier mit weißem Kampot-Pfeffer von Hennes Finest) bringt gleichzeitig eine Samtigkeit und eine tolle fruchtige und würzige Pfefferigkeit. Methusalem, eine Rekreation des in den 1960er Jahren in Dortmund ausgestorbenen Bierstils “ Adambier“, hat 10% Alkohol und ist ein säuerlich und rauchig untermalter Altbiertypus, der enorm gut zu Dry aged Beef passt.

3) Bier eher als „Durstlöscher“ oder „Beilage“?

Kommt auf die Sorte an, aber gerne beides.

4) Wie bist du eigentlich zum brauen gekommen?

Über das jahrelange Biertesten und damit das Verfassen meiner sensorischen Wahrnehmungen habe ich enorme Passion für das Thema entwickelt und da ich gewisse Konzepte und Ideen hatte, die niemand umsetzte, wollte ich es selber machen.

5) Welches Bier zum welchem Fleisch?

Man kann das pauschal so sagen wie beim Wein – helle Biere zu hellem Fleisch und dunkle Biere zu dunklem Fleisch. Dabei ist aber zu beachten, dass es beim Bier mehr Geschmacksvielfalt gibt, da man das Produkt ja nicht nur aus einer Zutat (im Falle von Wein: ausschließlich Trauben) herstellt, sondern allein die klassischen Zutaten sind schon alleine vier Elemente – Wasser, Malz, Hopfen, Hefe. Zusätzlich kann man ja auch Kräuter, Gewürze, Früchte und was auch immer die Kreativität zulässt verwenden, die nochmals ganz andere Richtungen einschlagen können. Am Ende des Tages kann man in jedem Geschmacksfeld unzählige Biere platzieren.

6) Den Satz: „Kommst du mit auf 2-3 Bier..?“ hörst du den eigentlich noch oder ist das wie bei mir mit den grillen und keiner fragt mehr?

Es fragt keiner mehr :-D

7) Was war eigentlich das beste Bier das du mal getrunken hast?

Das kann man so nie sagen. Verschiedene Biere zu verschiedenen Situationen, aber ich habe etliche mich sehr beeindruckende Versionen von jedem Stil probieren dürfen.

8) Ich habe dein Namen letztens in einem neuen BBQ-Buch aus den USA gesehen, wie ist das wenn man als der „Deutsche-Craft-Beer-Papst“ bezeichnet wird und wie hast du das geschafft?

Es zeigt hoffentlich, dass ich mehr richtig als falsch gemacht habe und dass andere Leute meine Ideen und deren Umsetzung auch gut finden. Das freut mich sehr. Dafür hat man eine Passion.

9) Welches Bier wolltest du schon immer mal brauen hast dich aber noch nicht getraut?

Es gibt nichts im legalen Bereich was ich mich nicht trauen würde. Ich freue mich immer über die Verwendung von spannenden Zutaten, weil das immer Neuland ist und die Herausforderung darin besteht, die Zutat positiv zur Geltung zu bringen und eine Balance ins Bier zu bekommen.

10) Dein nächstes Projekt?

Geheim, aber es wird spannend. Versprochen.